Präventionsleistungen sind nicht umsatzsteuerfrei

Steuerrechtliche Thematiken werden recht häufig vom Steuerberater behandelt. Der Anwalt ist oft erst gefragt, wenn das Kind schon nahezu in den Brunnen gefallen ist. So verhält es sich auch, wenn von Physiotherapeuten nachträglich hohe Beträge seitens der Finanzbehörden gefordert werden, weil bei der Abgabe von Präventionsleistungen keine Umsatzsteuer abgeführt wurde. 

Zwar hat sich der Gesetzgeber in den letzten Jahren dazu durchringen können vieles in Sachen Prävention in Gesetzesform zu gießen, nur wurde nichts daran geändert, dass Präventionsleistungen grundsätzlich mit 19 % Umsatzsteuer belastet sind. 

Sofern ein Therapeut somit über Jahre hinweg Umsatzsteuer bei geleisteten Präventionsmaßnahmen nicht abführt, muss er bei einer Prüfung mit hohen Nachforderungen rechnen.

Ich muss darauf hinweisen, dass Prävention nur möglich ist bei gesunden Menschen. Bei kranken Menschen ist Prävention in Bezug auf die Krankheit nicht mehr möglich.

 

Es existieren wenige Lösungen, wie die Umsatzsteuer vermieden werden kann. Der erste Lösungsansatz ist, sofern eine ärztliche Verordnung vorliegt. Dann ist keine Umsatzsteuer abzuführen. Sofern ein Heilpraktiker oder ein sektoraler Heilpraktiker für Physiotherapie tätig ist bzw. verordnet, weil er ein Krankheitsbild, welches der Behandlung bedarf, diagnostiziert, ist Umsatzsteuer ebenso nicht abzuführen, weil es sich um eine Heilbehandlung handelt und die vermeintliche „Prävention“ somit nicht mehr vorliegt.