Bundesfinanzhof Urteil vom 1.10.2014, XI R 13/14

Ein neueres Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH Urteil vom 1.10.2014, XI R 13/14), könnte auch für Physiotherapeuten interessant sein. Eigentlich ging es um die Umsatzsteuer bei podologischen Behandlungen. Die Erkenntnisse des Gerichts lassen sich jedoch auch auf physiotherapeutische Behandlungen übertragen. Viel Klarheit hat das Urteil nicht gebrach und es lässt weiterhin viele Fragen offen.

Die Finanzämter handhaben es beispielsweise bei der Massage seit einigen Jahren so, dass Massagen eines qualifizierten Masseurs/ Bademeisters mit 7 % Umsatzsteuer belegt sind, sofern keine ärztliche Verordnung vorliegt. Denklogisch muss dann auch der Physiotherapeut, welcher ausschließlich die Tätigkeiten eines Masters ausführt, gleichbehandelt werden. Wie zu verfahren ist, wenn Physiotherapie angewandt wird, ohne dass eine Verordnung vorliegt, ist allerdings nicht geklärt. Zunächst ist jedoch festzuhalten, dass die Physiotherapie nur auf Verordnung durchgeführt werden darf.

Einmal mehr sollte Physiotherapeuten damit klar sein, dass es sehr sinnvoll ist über eine sektorale Heilpraktikererlaubnis zu verfügen. Sofern ein sektoraler Heilpraktiker eine psychotherapeutische Leistungen verordnet, ist diese umsatzsteuerfrei.