Jahresendspurt für Regressverfahren

 

Das Jahr neigt sich so langsam dem Ende zu. Gleichzeitig werden in Deutschland zum Jahreswechsel wieder viele Forderungen verjähren. Dies gilt für alle Rechtsbereiche. Genau deshalb kontrollieren potentielle Gläubiger zum Jahresende regelmäßig, ob etwaiger Forderungen gegen Schuldner noch dieses Jahr geltend gemacht werden müssen. Nichts anderes gilt für die Physiotherapie und damit für das Verhältnis von Therapeuten zu Patienten und vielmehr noch im Verhältnis von Therapeuten zu Krankenkassen.

 

Genau deshalb haben Rückforderungen und Regresse, welche seitens der gesetzlichen Krankenkassen angestrengt werden, gerade zum Jahresende Hochkonjunktur, da man noch zum Ende des Jahres klären möchte, welche Ansprüche bestehen und welche Ansprüche man ohne ein Klageverfahren durchsetzen kann. Für das Verhältnis von Therapeuten zu Patienten gilt das gleiche.

In diesem Zusammenhang muss man wissen, dass beispielsweise durch ein Anerkenntnis oder ein Klageverfahren die Verjährung gehemmt werden kann. Sollte demnach noch in diesem Jahr keine Einigung zwischen einem Schuldner und einem Gläubiger zu Stande kommen, müsste noch in diesem Jahr das Klageverfahren eingeleitet werden, damit im kommenden Jahr die Ansprüche nicht verjährt sind und somit nicht mehr geltend gemacht werden können.

 

In unterschiedlichen Rechtsbereichen existieren ganz unterschiedliche Verjährungsregelungen. Im allgemeinen Zivilrecht liegt die Verjährungsfrist bei drei Jahren. Im Sozialrecht liegt diese häufig bei fünf Jahren. Wiederum andere und spezielle Ansprüche verjähren erst nach zehn Jahren.

 

Sofern Patienten gegen Therapeuten vorgehen wollen, weil es zu einer Fehlbehandlung gekommen sein soll, gilt in vielen Fällen eine dreijährige Verjährungsfrist. Sofern es zu einer falschen Abrechnung mit einer gesetzlichen Krankenkasse gekommen ist, können die Krankenkassen üblicherweise fünf Jahre zurückfordern.

 

Gerade die letzten Wochen haben auch auf meinem Schreibtisch gezeigt, dass die Regressverfahren gegen Physiotherapeuten nochmals zugenommen haben. Meistens beginnt ein solches Regressverfahren mit einem Anhörungsschreiben der Krankenkasse. Dabei geht es in der Regel um die Anhörung zu einem Verstoß gegen den Rahmenvertrag, weshalb nunmehr eine Retaxierung bzw. Absetzung stattfinden soll und Maßnahmen nach dem Rahmenvertrag verhängt werden sollen. Dabei handelt es sich um Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung, sei es durch die Abgabe von Zertifikatsleistungen durch unqualifizierte Therapeuten oder die Abrechnung zu falschen Daten.

Mit über eine der größten Regressabteilungen dürfte deutschlandweit dabei die AOK Bayern verfügen. Allerdings auch andere Kassen haben in letzter Zeit deutlich ihre Kapazitäten aufgestockt.

 

Folglich dürften noch in diesem Jahr so manche Therapeuten, welche in der Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie tätig sind, Post von einer Krankenkasse bekommen.


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