Techniker Krankenkasse plant weiterhin Osteopathie zu zahlen

In dieser Woche hat die Techniker Krankenkasse mitgeteilt, dass sie auch weiterhin plant die Osteopathie, welche von Physiotherapeuten mit einer osteopathischen Zusatzausbildungen in Höhe von 1350 Stunden abgeleistet wird, zu zahlen.


Zunächst sah es danach aus, dass sich die gesetzlichen Krankenkassen von der Osteopathie abwenden, nachdem das Oberlandesgericht Düsseldorf im September 2015 festgestellt hatte, dass die Osteopathie nur durch einen Heilpraktiker oder Arzt abgegeben werden darf und selbst eine Delegation ausgeschlossen ist. Wäre es tatsächlich zu einer Änderung der Erstattungspraxis bekommen, hätten sich viele Branchenkenner gewundert, da sich durch die Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf die Rechtslage eigentlich nicht geändert hatte und bereits seit Jahren eine gleichlautende Rechtsprechung bei Gerichten in NRW existiert.


Die Techniker Krankenkasse hat jetzt jedoch mitgeteilt, dass das Urteil aus Düsseldorf den gesetzlichen Krankenkassen nicht den Boden für die Kostenerstattung entziehen würde. Die Techniker Krankenkasse teilte mit, dass es sich um eine reine Einzelfallentscheidung aus dem Wettbewerbsrecht ohne weitergehende Bedeutung für sie handeln würde. Vielmehr wird seitens der TK festgehalten, dass es durchaus zulässig wäre die Osteopathie auf Verordnung abzugeben, sodass eine Erstattung dann durch die Kasse erfolgen könne. Die Berechtigung der Physiotherapeuten würde sich aus einem Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes vom 18.09.2009 (Az. 3 C 2604/08.N) ergeben. Dieses Urteil sei im Folgenden durch das Bundesverwaltungsgericht mit Beschluss vom 20.11.2009 (3 BN 1/09) als korrekt anerkannt worden, so dass die Erbringung von osteopathischen Leistungen durch Physiotherapeuten aufgrund einer ärztlichen Anordnung/Verordnung nicht gegen das Heilpraktikergesetz verstoßen würde und nicht strafbar sei. Auch die wissenschaftliche Bewertung osteopathischer Verfahren der Bundesärztekammer komme zu dem Ergebnis, dass die Osteopathie bei vorliegender Qualifikation und ärztlicher Verordnung von Physiotherapeuten angewandt werden kann. Selbst die Bundesregierung hätte inzwischen mitgeteilt, dass die Kostenerstattung nicht am Berufsrecht hänge. Durch die Satzung der TK zur Kostenerstattung für die Versicherten sei geregelt, welche Leistungserbringer die Osteopathie erbringen dürften. Durch den erforderlichen Nachweis der osteopathischen Qualifikation sei gewährleistet, dass die Osteopathie nur von spezialisierten Leistungserbringern qualitativ erbracht würde.

Die Techniker Krankenkasse teilt auch mit, dass Regelungen zur Osteopathie inzwischen überfällig seien, stärkt jedoch vehement die Position der Osteopathen in Deutschland, welche nicht über eine Approbation als Arzt oder eine Heilpraktikererlaubnis verfügen.


Nachdem sich nunmehr die Techniker Krankenkasse dazu entschieden hat das Erstattungsverhalten nicht zu ändern und jährlich bis zu 120 € für osteopathische Behandlungen pro Versicherten bezuschusst, kann davon ausgegangen werden, dass auch andere Krankenkassen bei der aktuellen Erstattungspraxis bleiben und die Erstattung der Osteopathie nicht aus ihrem Leistungsangebot streichen.