IKK classic fordert scheinbar weit über 100.000,00 € von Physiotherapeuten zurück

In den letzten Wochen werden wir immer häufiger damit konfrontiert, dass die IKK classic über das Abrechnungszentrum Emmendingen Rückforderungen an Physiotherapeuten stellt. 

 

Häufig handelt es sich bei diesen Rückforderungen um Summen von rund 100,00 €. Es geht immer um Zahlungen, welche angeblich im Jahre 2015 unberechtigt von der therapeutischen Praxis abgerechnet worden sein sollen. Teilweise wurden Therapeuten aufgefordert Zahlungen zu leisten und teilweise wurde bereits der Betrag mit anderen Zahlungen verrechnet. 

 

Eine Vielzahl von schockierten Therapeuten haben sich darauf direkt an die IKK classic oder an das Abrechnungszentrum Emmendingen gewandt und ihrem Ärger Luft gemacht. Die IKK classic und auch das Abrechnungszentrum Emmendingen interessieren sich scheinbar für diese Beschwerden der Therapeuten in diesen konkreten Fällen nicht sonderlich. Vielmehr werden den Therapeuten Standardantworten geschickt und üblicherweise keine Zahlungen zurückerstattet, welche bereits einbehalten wurden. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen keine Einbehalte stattgefunden haben, sondern Zahlungsaufforderung an die Therapeuten gegangen sind. Auch wenn sich diesbezüglich die Therapeuten an die Krankenkasse oder das Abrechnungszentrum wenden, bestehen diese regelmäßig weiterhin auf der Zahlung. 

Es ist darauf hinzuweisen, dass es einen Rechtsbehelf im Sinne eines Widerspruches oder ähnliches hier nicht gibt. Dennoch sollten sich Therapeuten selbstverständlich dagegen wehren, wenn sie den Eindruck haben, dass eine unberechtigte Forderung gestellt wurde. Manche Therapeuten gehen nicht gegen den Einbehalt oder die Zahlungsaufforderung vor, weil es sich zunächst um eine relativ geringe Summe handelt. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass mit einer Vielzahl von weiteren Forderungen zu rechnen ist, wenn die Forderungen jetzt bedient werden.

 

Auch muss darauf hingewiesen werden, dass sowohl das Abrechnungszentrum wie auch die Krankenkasse in der Vergangenheit selbstverständlich eine Prüfung durchgeführt und aufgrund der Prüfung die Zahlung vorgenommen haben. Nunmehr die Rückzahlung zu fordern dürfte jedenfalls rechtsmissbräuchlich sein. Eine höchstrichterliche Rechtsprechung zu diesem Thema existiert jedoch nicht. 

 

Wir vertreten in den beschriebenen Verfahren bereits eine Vielzahl von Therapeuten und können nur empfehlen sich rechtsanwaltlich gegen die Forderung zu wehren. Jedem Therapeuten muss jedoch bewusst sein, dass die Rechtsanwaltskosten im außergerichtlichen Verfahren zunächst selbst zu tragen sind. Dies schreckt manchen Praxisinhaber ab. Jedoch fallen diese Kosten meist geringer aus, als der Therapeut denkt, zumal eben bei einem Abwarten oder einer Zahlung damit zu rechnen ist, dass erhebliche weitere Forderungen in Zukunft gestellt werden. Erste Physiotherapeuten sind bereits mit Forderungen von über 1.000,00 € konfrontiert. Aufgrund der Vielzahl von Fällen gehen wir von einer Gesamtrückforderung von weit über 100.000,00 € aus.

Melden Sie sich deshalb gerne bei uns, sodass wir Sie vertreten können. Wir benötigen dann das Anschreiben des Abrechnungszentrum Emmendingen und senden Ihnen eine Vollmacht zu. Sobald uns die Vollmacht von Ihnen unterschrieben vorliegt, werden wir für Sie gerne aktiv. 

 

Vergleichbare Vorgänge gab es in den letzten Jahren auch durch andere Krankenkassen. Der letzte Vorgang dürfte seitens der HEK auf den Weg gebracht worden sein. Diese forderte zum Ende des Jahres 2018 von einer Vielzahl von Therapeuten unberechtigt teils sehr hohe Beträge zurück. Wir konnten hier viele Verfahren positiv für unsere Mandanten entscheiden und erhielten von der HEK dann auch die Bestätigung, dass alle bereits abgesetzten Forderungen seitens des Therapeuten nochmals geltend gemacht werden können, um das Geld von der HEK zu erhalten.