Aktueller Stand in Sachen Corona für Praxen

 

Zum jetzigen Zeitpunkt des 16.03.2020 können Praxen von Heilmittelerbringern geöffnet bleiben. Dies gilt nicht, sofern in Einzelfällen von Gesundheitsämtern Praxisschließungen angeordnet wurden. Solange durch Gesundheitsbehörden oder politisch keine Schließung von Heilmittelpraxen angeordnet wurde, können Praxen also weiter geöffnet bleiben. 

 

Praxisinhaber sollten Belege über den Schaden sammeln, wenn Patienten nicht erscheinen. Hierzu stehen auf unserer Internetseite in der Download-Kategorie Vorlagen zur Verfügung. Es kann dann erfasst werden, wie viele Patienten aufgrund von Absagen nicht behandelt werden konnten. Diese Listen können helfen bei der Begründung späterer Kredite, der Geltendmachung von Ersatzansprüchen oder bei der Einführung von Kurzarbeit. 

 

 

Mit dem Praxisteam sollte versucht werden, Lösungen zu finden, dass Urlaub abgebaut wird und Überstunden abgebaut werden. Dies sollte dann schriftlich vereinbart werden, um später einen Nachweis vorliegen zu haben. Die Rechtsprechung ist derzeit der Ansicht, dass bei einem Nichterscheinen auf der Arbeit durch einen Arbeitnehmer, welcher Kinder betreuen muss, die Entgeltfortzahlungspflicht von Anfang an nicht besteht, wenn der Arbeitnehmer insgesamt länger als 10 Tage von der Arbeit fern bleiben würde, um Kinder zu beaufsichtigen. Dadurch dürfte von Anfang an im vorliegenden Fall keine Entgeltfortzahlungspflicht für Arbeitnehmer bestehen, welche Kinder zuhause betreuen und deshalb nicht zur Arbeit erscheinen. Anders sieht es aus, wenn Arbeitnehmer krank gemeldet sind. Hier besteht weiterhin eine Entgeltfortzahlungspflicht.

 

Es sollte schnellstmöglich ein Antrag auf Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt werden, sofern auf Kurzarbeit umgestellt wird. Zahlungen können frühestens ab Antragseingang geleistet werden, weshalb möglichst früh der Antrag gestellt werden sollte. Dies ist online möglich. Es sollte bewusst sein, dass durch den Arbeitgeber dann weniger Gehalt gezahlt würde, wenn tatsächlich Kurzarbeit eingeführt wird. Der Arbeitnehmer hat dann die Möglichkeit einen gewissen Prozentsatz des ihm weniger gezahlten Gehaltes erstattet zu bekommen. 

 

Sofern Praxen über einen Fitnessbereich verfügen oder Personen aufgrund eines Abonnements oder einer 10-er-Karte an Geräten trainieren, welche eben nicht erkrankt sind, muss dieser Bereich geschlossen werden, wenn für den Bereich, in dem sich die Praxis befindet, eine Schließung von Fitnessstudios angeordnet wurde. 

 

Sofern in Gruppen eine Therapie oder ein Kurs stattfindet, bei dem es sich beispielsweise um Rehasport handelt, kann ein solcher Kurs derzeit weitergeführt werden, wenn dieser nicht mehr als 50 Teilnehmer hat.

 

Die Berufsverbände haben mit den gesetzlichen Krankenkassen über längere Unterbrechungsfristen gesprochen. Bitte informieren Sie sich deshalb auf den Internetseiten der Berufsverbände über die neuen Unterbrechungsfristen. Hierzu wurde vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen allerdings den einzelnen Krankenversicherungen nur eine Empfehlung gegeben, dass sich diese an die besprochenen Fristen halten. Jede Krankenkasse kann selbst entscheiden, ob man sich daran hält oder nicht. 

 

Wir würden empfehlen, liegengebliebene Aufgaben in der Praxis zu erledigen, sofern Patienten ausbleiben. Hier wäre darüber nachzudenken, ob man beispielsweise die Organisation optimiert oder Dinge umsetzt, die schon länger geplant sind. Dies kann beispielsweise die Umsetzung bzw. Einführung eines Behandlungsvertrages sein, die Umsetzung von datenschutzrechtlichen Vorkehrungen oder die Optimierung der Hygiene in der Praxis. Die meisten Praxen werden hier sicherlich Notwendigkeit sehen, an der ein oder anderen Stelle Dinge zu optimieren. 

 

Letztlich müssen sich alle bewusst machen, dass die jetzige Situation politisch derart angeordnet wurde, um möglichst wenige Neuinfizierungen zu erreichen. Bei der derzeitigen Art der Verbreitung würde nämlich ersichtlich sein, dass selbst bei wenigen Personen, welche medizinisch betreut werden müssten, das Gesundheitssystem nicht in der Lage ist, dies aufzufangen. Deshalb will die Politik die Anzahl der Fälle über einen längeren Zeitraum strecken, um das Gesundheitssystem weiter funktionsfähig zu halten. Es ist derzeit davon auszugehen, dass die Einschränkungen nach Ostern gelockert werden. 

 

Machen Sie sich bitte dringend bewusst, dass es eine Zeit nach dem Corona-Virus gibt und Sie auch dann dringend gebraucht werden! Halten Sie durch!

 

In Folge 53 unserer Videos haben wir uns zudem auch mit dem Thema ganz aktuell befasst. Den Link zu den Videos finden Sie hier.